Aufgabenstellung

Die Tourenplanung kommt zum Einsatz, wenn die Auslieferung von kleinen Sendungsmengen bei vielen Kunden zu organisieren ist. Das so genannte Standardproblem der Tourenplanung lässt sich wie folgt beschreiben: Mit einer Menge von Fahrzeugen gleicher Ladekapazität Q sind, ausgehend von einem Depot, n Kunden mit Waren zu beliefern. Der Bedarf jedes Kunden sowie die Fahrzeiten zwischen den Kunden und von jedem Kunden zum Depot bzw. vom Depot zu jedem Kunden seien gegeben. Es sind Touren so durchzuführen, dass jede Tour am Depot beginnt und endet, jeder Kunde auf genau einer Tour bedient wird und die Fahrzeugkapazität Q sowie eine für jede Tour vorgegebene Maximaldauer D nicht überschritten wird. Gesucht ist eine Menge von Touren mit minimaler Gesamtdauer. In der Praxis variieren die zu lösenden Tourenplanungsprobleme beträchtlich. Bei Tourenplanungsproblemen wie beispielsweise der Belieferung von Tankstellen mit Kraftstoff, der Getränkeversorgung von Gaststätten, der Organisation der Müllabfuhr oder der Milchabholung an Bauernhöfen müssen zusätzliche Nebenbedingungen (verschiedene Kapazitäten der Fahrzeuge, Zeitfenster bei den Kunden, Zeitfenster im Depot) oder andere Zielfunktionen (Minimierung der Fahrkosten oder der Tourendauern) beachtet werden. Um Probleme und Modelle der Tourenplanung leichter beschreiben zu können, wurden Klassifikationsschemata entwickelt. Jedes Tourenplanungsproblem kann hinsichtlich seiner Merkmale und deren Ausprägungen eingeordnet werden.

Ziel der anzufertigenden Arbeit ist es, einen Überblick über die verschiedenen Tourenplanungsprobleme und deren Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. In einem ersten Schritt sind die aus der Literatur bekannten Tourenplanungsprobleme gemäß des in Domschke, W. (1997) beschriebenen Klassifikationsschemas einzuordnen. Hierzu liegt eine Auswahl der Literaturquellen bereits vor (s.u. unter Papers). Ein Schwerpunkt der Arbeit besteht darin, die zugehören Lösungsverfahren zu untersuchen. Ferner ist aufzuzeigen für welche Probleminstanzen die Verfahren besonders geeignet sind. Hierzu ist eine geeignete Referenzinstanz zu entwickeln, auf die die einzelnen Probleme anzuwenden sind.

Bücher:

  • Bramel, J., Simchi-Levi, D. (1997): The Logic of Logistics, Springer, New York et al.
  • Domschke, W. (1997): Logistik: Rundreisen und Touren, Oldenbourg, München et al.

Paper:

  • Altinkemer, K., Gavish, B. (1990): Heuristics for Delivery Problems with Constant Error Guarantees, Transportation Science, Band 24, S. 294-297
  • Bramel, J., Simchi-Levi, D. (1995): A Location Based Heuristic for General Routing Problems, Operations Research, Band 43, S. 649-660
  • Clarke, G, Wright, J.W. (1974): Scheduling of Vehicles form a Central Depot to a Number of Delivery Points, Operations Research, Band 12, S. 568-581
  • Fisher, M.L., Jaikumar, R. (1981): A Generalized Assignment Heuristic for Vehicle Routing, Networks, Band 11, S. 109-124
  • Gillett, B.E., Miller, L.R. (1974): A Heuristic Algorithm for the Vehicle-Dispatch Problem, Operations Research, Band 22, S. 340-349
  • Schnelle, M. (1988): Kundenzeitschranken in der Tourenplanung, Technical Report, Band 333, Universität Karlsruhe

Nähere Auskünfte: Rieck

 

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