Überblick

Inhaltlich beschäftigt sich die Abteilung mit Themen der angewandten Mikroökonomik. Schwerpunkte werden dabei gesetzt in den Bereichen Neue Institutionenökonomik, Industrieökonomik / Wettbewerbstheorie / Wettbewerbspolitik sowie – stärker politisch ausgerichtet – der Energieökonomik.

Neue Institutionenökonomik

Aus dem Bereich der Neuen Institutionenökonomik werden folgende Gebiete verfolgt:

  • Transaktionskostentheorie und Theorie unvollständiger Verträge: In diesem Bereich werden Transaktionskosten als Ursache für die Wahl bestimmter Organisationsformen und/oder Vertrags-konstrukte untersucht. Theoretische Arbeiten (z.B. Erlei (1998) oder Siemer (2004)) analysieren vor allem Grenzen und Formen von Unternehmen. Im empirischen Bereich werden vor allem Experimente zur Unternehmens- und Vertragstheorie durchgeführt (z.B. Erlei/Siemer (2004)).
    Geplant für die nähere Zukunft sind weitere Experimente zur Hold up-Problematik sowie zur Theorie relationaler Verträge (Baker et al. (2002)).
  • Neue Politische Ökonomie: Es ist geplant, in verschiedenen Kontexten die Verhaltensweisen von politischen Entscheidungsträgern in experimentellen Studien zu erfassen und diese mit eher marktgesteuerten Entscheidungsprozessen zu vergleichen.
  • Ordnungspolitik: Fragen konkreter Ausgestaltungen gesetzlicher Regelungen im Rahmen einer allgemeinen Ordnungspolitik (im Gegensatz zur Prozesspolitik) werden vor allem im Hinblick auf wettbewerbspolitische und energieökonomische Fragestellungen behandelt.

Literatur:

Baker et al. (2002): Relational Contracts and the Theory of the Firm, The quarterly journal of economics, Bd. 117 (1), S. 39-84.

Erlei (1998): Institutionen, Märkte und Marktphasen. Allgemeine Transaktionskostentheorie unter spezieller Berücksichtigung der Entwicklungsphasen von Märkten, Schriften zur angewandten Wirtschaftsforschung, Tübingen.

Erlei/Siemer (2004): Endogenous Property Rights in a Hold up-Experiment, Working Paper TU Clausthal.

Siemer (2004): Vertikale Integration oder Kooperation : Optimale strategische Ent-scheidungen im Spannungsfeld von Spezifität und Know-how, Wiesbaden (Zugl.: Clausthal, Tech. Univ., Diss., 2003).

Industrieökonomik / Wettbewerb

Im Bereich der Industrieökonomik werden Fragestellungen untersucht, die sich mit der Funktionsweise von (Partial-)Märkten beschäftigen. Diese reichen von rein theoretischen Arbeiten über Fallstudien bis hin zu experimentellen Studien. Konkretere Arbeitsbereiche sind

  • Kollusion und bewusstes Parallelverhalten: Voraussetzungen und Stabilitätseigenschaften von Verhaltensabsprachen zur Beschränkung des Wettbe-werbs und/oder bewusstem Parallelverhalten werden in theoretischer Form (z.B. Erlei (2002) oder in Fallstudien (Erlei/Siemer (2002)) untersucht. Für die Zukunft ist auch der bewusste Einsatz von Laborexperimenten geplant.
  • Angebotsverhalten auf schrumpfenden Märkten:  Angebotsmengen bzw. die Frage der Marktaustrittsentscheidung werden experimentell untersucht.
  • Unternehmenszusammenschlüsse: Theoretische und experimentelle Untersuchungen der Auswirkungen von Unternehmenszusammenschlüssen wurden in der Vergangenheit (z.B. Erlei (1998, 2002) und werden auch voraussichtlich zukünftig durchgeführt.
  • Strategien des Behinderungsmissbrauchs: Dieser Themenkomplex soll vorrangig experimentell und/oder eingebettet in konkrete Fallstudien bearbeitet werden.

Literatur:

Erlei (1998): Institutionen, Märkte und Marktphasen. Allgemeine Transaktionskosten-theorie unter spezieller Berücksichtigung der Entwicklungsphasen von Märkten, Schriften zur angewandten Wirtschaftsforschung, Tübingen.

Erlei (2002): Conscious parallelism by fixed relative prices, Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, Bd. 222 (2), 2002, S. 186-209.

Erlei/Siemer (2002): Die Vereinigten Staaten gegen Microsoft – Missbrauch von Marktmacht oder dynamischer Wettbewerb?, Das Wirtschaftsstudium (WISU), 31. Jg., 11 / 2002, S. 1445-1452.

Weitere Bereiche der angewandten Mikroökonomik

In diesem Gebiet sind eine Reihe von wenig miteinander verbundenen Themen zu nennen.

  • Soziale Präferenzen: Der Einfluss von Fairnesspräferenzen oder Reziprozität wird theoretisch (Erlei (2004)) und experimentell untersucht.
  • Energieökonomik: In diesem Bereich wird vorrangig wirtschaftspolitisch und experimentell geforscht. Z.B. werden Strategien der Förderung erneuerbarer Energien in der Stromproduktion ordnungspolitisch untersucht (Springmann (2004)). Der Verbrauch endlicher Ressourcen in wettbewerblichen Märkten und durch regulierende Steuerung wird experimentell analysiert.

Literatur:

Erlei (2004): Heterogeneous Social Preferences, Working Paper TU Clausthal

Springmann (2005): Förderung erneuerbarer Energieträger in der Stromerzeugung - Ein Vergleich ordnungspolitischer Instrumente, Wiesbaden (Zugl.: Clausthal, Tech. Univ., Diss., 2004).

 

Sonstiges

Je nach aktueller Lage werden natürlich eine Reihe weiterer, vor allem wirtschaftspolitisch relevanter Bereiche bearbeitet.

 

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