Investitionsprojekte

Langfristige Projekte, wie beispielsweise Vorhaben im Hoch-, Tief-, Anlagen- oder Schiffsbau, beanspruchen nicht nur Zeit und Ressourcen, sondern stellen häufig auch eine erhebliche Belastung der liquiden Mittel einer Unternehmung dar. Hierbei ist zu beachten, dass den laufenden Auszahlungen für Löhne, benötigte Materialien und fremdbezogene Dienstleistungen erst nach einiger Zeit Fortschrittszahlungen für abgeschlossene Teilprojekte gegenüberstehen. Die Durchführung eines solchen Investitionsprojekts kann mithin als Investition und der Projektdurchführende als Investor angesehen werden.

Investitionsprojekte bestehen aus einer Menge zu planender Aktivitäten, deren Ausführung mit vorgegebenen Ein- bzw. Auszahlungen verbunden ist. Da für die Ausführung der Aktivitäten meist zusätzliche Mitarbeiter und Materialien benötigt werden, lassen sich den einzelnen Aktivitäten nach dem Verursacherprinzip Auszahlungen zuordnen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Investitionsprojekt stehen. Ferner werden beim Abschluss gewisser Teilprojekte, d.h. beim Erreichen vorgegebener Meilensteine, festgelegte Einzahlungen fällig. Somit stimmen die Zeitpunkte der einzelnen Zahlungen mit den Eintrittszeitpunkten gewisser Projektereignisse (Start von Aktivitäten oder Meilensteinen, die das Ende von Teilprojekten repräsentieren) überein. Die Zeitpunkte der Zahlungen sind daher nicht im Voraus festgelegt, sondern Gegenstand der Planung. Hierbei sind in der Regel technisch bzw. organisatorisch bedingte Abhängigkeiten (Zeitbeziehungen) zwischen den Projektereignissen und eine vorgegebene Höchstdauer für das Investitionsprojekt zu berücksichtigen.

In jüngster Zeit wurden Verfahren zur effizienten Bestimmung des maximalen Projektkapitalwertes entwickelt. Die Bewertung von Investitionsprojekten auf Grundlage des optimalen Projektkapitalwerts setzt die Kenntnis über den anzuwendenden Kalkulationszins und die maximale Projektdauer voraus. In der Literatur besteht jedoch Einigkeit darüber, dass es oftmals nicht möglich ist, den Kalkulationszinsfuss mit hinreichender Genauigkeit zu bestimmen. Ferner wird die maximale Dauer eines Investitionsprojekts in der Regel erst in Verhandlungen festgelegt. Deshalb wurden Verfahren zur Bestimmung des Kapitalwerts von Investitionsprojekten als Funktion des Kalkulationszinsfusses und der maximalen Projektdauer entwickelt. Mit Hilfe dieser Funktion ist es möglich, Investitionsprojekte bei ungewissem Kalkulationszinsfuss und variabler maximaler Projektdauer zu beurteilen.

 

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