Kurzprofil

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Die Abteilung für Volkswirtschaftslehre der Technischen Universität Clausthal wurde zum Wintersemester 1999 erstmalig besetzt. Sie untersteht seitdem der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Mathias Erlei.

Innerhalb des Lehrbetriebs der TU Clausthal ist die Abteilung - gemeinsam mit der Abteilung für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Makroökonomik - für alle volkswirtschaftlichen Pflichtveranstaltungen der wirtschaftsorientierten und nicht-ökonomischen Studiengänge verantwortlich.

Der Schwerpunkt unserer Forschungsaktivitäten besteht darin, das abstrakte System der Neoklassik, insbesondere der Mikroökonomik, besser auf wirtschaftspolitische Fragestellungen anwendbar zu machen. Als oberstes Ziel gilt uns daher, die Verbindung zwischen ökonomischen Theorien und der wirtschaftlichen Realität herzustellen.

Das Clausthaler Experimentallabor ExECUTe, welches von der Abteilung für Volkswirtschaftslehre verwaltet wird, dient uns hierbei als wichtige Stütze. Im Rahmen von zahlreichen Forschungs- und Lehrexperimenten untersuchen wir, wie sich reale Menschen in Entscheidungssituationen verhalten und inwiefern sich komplexe Theorien auch jenseits der Annahme vollkommen rationaler Akteure bewähren. In diesem Zusammenhang stellen besonders die Modelle der Neuen Institutionenökonomik mit ihrer Berücksichtigung von asymmetrischen Informationen und begrenzter Rationalität eine wichtige Ergänzung zur Neoklassik dar.

Wir betonen außerdem den Prozesscharakter des Wirtschaftsgeschehens und relativieren insofern die zentrale Rolle des Gleichgewichtsdenkens in der Mikroökonomik. Wenn die Volkswirtschaftslehre zu einem tieferen Verständnis der Marktwirtschaft beitragen und realistische Empfehlungen für die Wirtschaftspolitik abgeben möchte, muss sie die Frage beantworten, wie und unter welchen Bedingungen es zu einem Gleichgewicht kommt. Zwei zentralen Größen in dieser Hinsicht stellen die Funktion des Unternehmertums und die Kapitaltheorie dar.

Die Tendenz in Richtung Gleichgewicht ist nur zu verstehen, wenn man eine Kraft berücksichtigt, welche die unterschiedlichen Produktionsfaktoren organisiert und damit in einen allen gemeinsamen Zusammenhang stellt. Diese Kraft stellt in der modernen Marktwirtschaft der Unternehmer dar, welcher sein Handeln an den Preisen und Preisspannen orientiert, die wiederum nichts anderes sind als Träger von Informationen über gesellschaftliche Knappheiten und Bedürfnisse.

Die Bedeutung einer realistischen Kapitaltheorie zeigt sich mit besonderem Nachdruck seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2007/08. Dass zahlreiche und namhafte Ökonomen von den Ereignissen überrascht wurden, liegt u.a. an der mangelnden Berücksichtigung der Kapital- und Produktionsstruktur in der konventionellen Volkswirtschaftslehre. Kapital wird grundsätzlich im Rahmen der Makroökonomik abgehandelt und stellt dabei - grob vereinfacht - zumeist eine homogene und gesichtslose Masse dar. Es wird häufig übersehen, dass sich ein bedeutsamer Teil des Wirtschaftsprozesses in der Sphäre der Produktion abspielt. Jedes Unternehmen bezieht zahlreiche Produkte von Vorleistern, welche wiederum von anderen Vorleistern beliefert werden usw. Für den gleichmäßigen und geordneten Ablauf des Wirtschaftsgeschehens muss auch in dieser gesamten Produktionskette eine Tendenz zum Gleichgewicht bestehen. Daher betrachten wir die Kapitaltheorie als Bestandteil der Mikroökonomik und untersuchen die Frage, welche Voraussetzungen für eine Gleichgewichtstendenz in der Kapitalstruktur erfüllt sein müssen und unter welchen Bedingungen diese Tendenz systematisch gestört oder sogar umgekehrt wird.

 

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